Frühlingsfest
Das Frühllingsfest ist das wichtigste Fest in China. Nach dem chinesischen Mondkalender kennzeichnet das Frühlingsfest den Beginn eines neuen Jahres. Es fällt normalerweise auf einen Tag, der etwa ein Monat später als unser Neujahr kommt. Traditionell wird das Frühlingsfest im Kreise der Familie verbracht.
Die Vorbereitungen des Frühlingsfestes beginnen mit dem 8. Tag des 12. Mondmonats. Viele Familien kochen dann Gerichte mit Klebreis, Hirse, Samen des Hiobstränengrases und Datteln. Der 23. Tag des 12. Mondmonats wird im Volksmund „kleines Frühlingsfest" genannt und läutet die „heisse Phase“ der Vorbereitungen ein.
Danach beginnt man die Wohnung gründlich zu säubern und die Zimmer zu dekorieren. Unerledigte Aufgaben sollten vor Ende des Jahres zuende gebracht werden, ebenso wie man alle Schulden zurückzahlen sollte.
Am Vorabend des Frühlingsfestes kommen die Familien zusammen und Geschenke werden ausgetauscht. In vielen Familien werden Jiaozi (chin. Ravioli) gegessen, denen man glücksbringende Wirkung nachsagt.
Vom 1. bis zum 5. Tag des ersten Mondmonats statten Verwandte, Freunde, Kommilitonen und Kollegen einander Besuche ab, machen einander Geschenke und gratulieren einander zum Neujahr. Auch werden Feuerwerkskörper abgebrannt, um Teufel zu vertreiben und Glück herbeizuwünschen. Am15. Tag des ersten Mondmonats geht das Fest dann zuende.
Zum Frühlingsfest sind viele Firmen geschlossen, die meisten Leute können Urlaub nehmen und jeder versucht in seine Heimat zurück zu kehren. Daher können Bahnen, Flugzeuge und Ausflugsgebiete sehr voll sein!
Mond-Fest
Im Altertum opferten die Kaiser im Frühling der Sonne und im Herbst dem Mond. Da der Mond am 15. Tag des 8. Mondmonats besonders hell und rund ist, steht an diesem Tag die Bewunderung des Mondes im Mittelpunkt. Nach dem Mondkalender fällt dieser Tag in die Zeit, wo Getreide und Obst reifen. Am Abend des Mondfestes sitzen Blutsverwandte oder Freunde zusammen, um den Mond zu bewundern.
Zum Mondfest gibt es mehrere Sagen. Nach einer rührt das Mondfest von der Legende um den Helden Hou Yi her. In der Vorzeit gab es zehn Sonnen, die die Erde vertrockneten und die Ernte verdorren ließen. Hou Yi bestieg den Gipfel des Kunlun-Berges, schoss neun Sonnen herunter und befahl der letzten Sonne, jeden Tag pünktlich auf- und unterzugehen.
Von einer Göttin hatte Hou Yi eine Pille der Unsterblichkeit bekommen. Sein Frau Chang E schluckte diese Medizin und schwebte daraufhin zum Mond empor. Dort baute sie sich einen Palast, in dem sie seitdem lebt.
Traditionell werden zu diesem Fest Mondkuchen verschenkt und verspeist.
Drachenbootfest
Das Drachenbootfest am 5. Tag des 5. Monats nach dem chinesischen Mondkalender ist eines der traditionellen Feste Chinas, mit einer Geschichte von mehr als 2000 Jahren.
Das Fest entstand zum Andenken an Qu Yuan, der ein hoher Beamter des Reiches Chu und ein berühmter patriotischer Dichter im Altertum, war. Dieser soll sich wegen eines erlittenen Unrechts im Fluss Miluo ertränkt haben, wo seine Freunde ihn mit Booten suchten.
Nun wird jedes Jahres überall in China eine Drachenboot-Regatta veranstaltet. Inzwischen ist dieses Fest auch in den Nachbarländern wie Japan und Vietnam und sogar in Großbritannien und auch Deutschland eingeführt worden.
Das traditionelle Essen zum Drachenbootfest sind Zongzi. Diese erinnern an die Reisklöße, die man in den Fluss geworfen haben soll, damit die Fische nicht den Leichnam von Qu Yuan fressen. Diese Zongzi sind Klöße aus Klebreis, eingewickelt in Bambusblätter, mit verschiedenen Füllungen wie z.B. Datteln, süßem Bohnenbrei, Schinken, Krabben, Erdnüssen und Eigelb.
Auch werden den Kindern an diesem Tag duftende Beutelchen an den Körper gehängt, um sie vor Seuchen zu schützen.
Laternenfest
Am 15. Tag des ersten Monats nach dem chinesischen Mondkalender wird das Laternenfest begangen.
Am Tag des Laternenfestes werden in vielen Orten volkstümliche kulturelle Vorführungen, wie Tanz mit drachenförmigen Laternen, Löwentanz, Tanz auf Stelzen, Yangge-Tanz und Trommeltanz dargeboten. Am Abend werden prächtige Feuerwerke veranstaltet. Die Nacht des Laternenfestes ist die erste Nacht mit Vollmond im neuen Mondjahr. Der Glanz des Feuerwerks und der Laternen auf der irdischen Welt und der Widerschein des hellen Mondes am Himmel übertreffen sich in ihrer Leuchtkraft.
Am Laternenfest werden überall in China große Laternenausstellungen veranstaltet, bei denen Laternen in verschiedenen Formen gezeigt werden. In dieser Nacht spielen die Kinder mit selbst hergestellten oder gekauften Laternen auf der Straße, was ihnen großes Vergnügen bereitet. Seide, Papier und Plastik werden bei der Herstellung der Laternen verwendet. Wichtig dabei ist, daß diese vielfarbig und vielgestaltig sind. Sehr beliebt sind Formen von Vögeln, Blumen, Booten, Drachen oder das jeweilige horoskopische Jahrestier.
Laternenrätsel zu raten, ist ein unentbehrlicher Inhalt der Laternenausstellung. Die Besitzer der Laternen kleben Rätselsprüche auf ihre Laternen, und die Besucher können sie abreißen, wenn sie die Lösung wissen. Wenn sie die Rätsel richtig erraten haben, bekommen sie ein kleines Geschenk.
Das traditionelle Essen zum Laternenfest sind Tangyuan, Klöschen aus klebrigem Reismehl. Da im Chinesischen Tangyuan und Tuanyuan, auf Deutsch Familientreffen, fast gleichklingend sind, glaubt man, dass die Familie glücklich sein und in Eintracht leben wird, wenn alle Familienangehörigen Tanyuan essen werden.
Chongyang-Fest
Am 9. Tag des 9. Mondmonats wird das Chongyang-Fest begangen. Im „Yijing“ , dem Buch der Wandlung, wird die Zahl 9 als eine Yang – Zahl mit männlichen und positiven Attributen bestimmt, und „9.9.“ ist im Chinesischen mit „jiujiu“(Ewigkeit) gleichklingend. Daher wurde der 9. Tag des 9. Mondmonats im Altertum als ein glückverheißender Tag betrachtet.
Zur Zeit des Chongyang Festes blühen in China die Chrysanthemen, und so dreht sich alles um diese wunderschöne Blume. Man trinkt aus Chrysanthemen gebrauten Wein, die Frauen stecken sie sich in die Haare und die Türen und Fenster werden mit ihnen geschmückt, da sie vor Seuchen schützen sollen. Auch die Besteigung eines Berges soll vor Seuchen schützen. Daher besteigt man an diesem Tag normalerweise einen Berg oder eine Pagode. Jedes Jahr sieht man am Chongyang-Fest viele Bergsteiger.
Auch sollte man am Chongyang-Fest Chongyang-Kuchen essen, denn Kuchen und Höhe sind im Chinesischen gleichlautend. Chongyang-Kuchen haben verschiedene Formen. Normalerweise haben sie neun Schichten und sehen wie eine Pagode aus.
Dongzhi-Fest
Nach der Wintersonnenwende wird der Tag immer länger. Die Vorfahren der Chinesen gingen davon aus, dass Yang danach zunehmen und ein neuer Zyklus beginnen würde. Deshalb feierten sie diesen Tag als ein Fest.
In Nordchina isst man am Dongzhi-Fest an einigen Orten Huntun (klare Suppe mit Fleischtäschchen) und an anderen Orten Jiaozi. Angeblich wird man immun gegen Källte, wenn man am Dongzhi-Fest Jiaozi isst.
In einigen südchinesischen Gebieten hat man die Sitte, am Dongzhi-Fest Klebreis mit Rotbohnen zu essen, um Seuchen und Teufel zu vermeiden. In anderen südchinesischen Gebieten isst man an diesem Fest Tangyuan (im Wasser gekochte Klebreisklößchen mit Füllung). Tangyuan, die am Dongzhi-Fest gemacht werden, heißen auch Dongzhiyuan.
Sie können sowohl als Opfer für Ahnen als auch als Geschenke für Verwandte und Freunde dienen. Auf Chinas Taiwan wird die Sitte heute noch beibehalten, dass man am Dongzhi-Fest mit neunschichtigen Kuchen aus Klebreis in Form von Hühnern, Enten, Schildkröten, Schweinen, Rindern und Schafen, die alle in China als Symbol des Glücks gelten, den Ahnen opfert.
Leute aus demselben Clan versammeln sich am Dongzhi-Fest oder an einem Tag vor oder nach ihm im Ahnentempel, um ihren Ahnen zu opfern. Nach der Opferzeremonie veranstalten sie noch ein Bankett.
Qingming-Fest
Das Qingming (Helles Licht)-Fest, auch Totenfest genannt, ist das wichtigste Opfer-Fest in China. An diesem Fest opfern die Angehörigen der Han-Nationalität und einiger nationaler Minderheiten ihren Ahnen und besuchen deren Gräber. An diesem Tag isst man nur kalt.
Das Kalte-Küche-Fest war eigentlich der Vortag des Qingming-Festes. Im Altertum wurden die Aktivitäten des Kalten-Kücke-Festes bis ins Qingming-Fest verlängert, so dass beide Feste später zu einem Fest verschmolzen. Deshalb aß man am Qingming-Fest nur kalt. Allmählich entwickelte sich die Sitte, die Gräber von Blutsverwandten zu besuchen.
Am Qingming-Fest jedes Jahres strömen viele Leute in die verschiedenen Friedhöfe, um die Gräber ihrer Vorfahren zu besuchen. Man fegt zuerst die Gräber, legt dann Nahrungsmittel, frische Blumen und Gegenstände, die den Verstorbenen zu ihren Lebzeiten gefielen, vor die Gräber, zündet Weihrauchstäbchen an, verbrennt Totengeld und verbeugt sich vor dem Grabmal.
Neben der Trauer während des Grabbesuchs genießt man während des Qingming-Festes auch Freude und Hoffnung des Frühlings. In dieser Zeit sieht man überall schöne Frühlingslandschaft. Die Bäume sind grün geworden, in der Natur herrscht eine lebhafte Szene. Schon im Altertum war es Sitte, am Qingming-Fest einen Frühlingsausflug zu machen. Auch heute sind vor und nach dem Qingming-Fest in Vororten und Landschaftsgebieten zahlreiche Ausflügler zu sehen.
Drachen steigen zu lassen ist eine beliebte Aktivität am Qingming-Fest. Man lässt nicht nur tags, sondern auch abends Drachen steigen. Die Drachen, die am Abend steigen, sind mit einer Reihe von bunten kleinen Lampions versehen, die wie leuchtende Sterne aussehen. Deshalb werden sie als „Gotteslampen" bezeichnet.
Qixi-Fest
Das Qixi-Fest (Siebte-Siebte-Fest), das auf den 7. Tag des 7. Mondmonats fällt, ist ein romantisches traditionelles Fest. Es stammt aus einer Liebesgeschichte.
Der Überlieferung nach gab es vor vielen, vielen Jahren einen rechtschaffenen Kuhhirten. Seine Eltern waren längst gestorben, und er wurde von seiner Schwägerin aus dem Haus vertrieben. So musste er allein Kuh hüten und Acker bestellen, was ihm große Mühe bereitete. Später verliebte sich eine Fee in ihn. Sie kam auf die Erde und heiratete ihn. Während er Ackerbau betrieb, beschäftigte sie sich mit dem Weben. Sie hatten einen Sohn und eine Tochter und führten ein glückliches Leben.
Als der Himmelskaiser davon erfuhr, schickte er die Himmelskaiserin auf die Erde, um die Weberin gewaltsam zum Himmel zurückzubringen. Mit Hilfe eines überirdischen Rindes stieg der Kuhhirt mit seinen Kindern zum Himmel, um der Weberin nachzueilen. Kaum hatte er sie eingeholt, da zog die Himmelskaiserin mit ihrer goldenen Haarnadel einen Himmelsfluss, durch den der Kuhhirt und die Weberin getrennt wurden. Sie konnten nicht umhin, mit Tränen gegenüberzustehen.
Ihre treue Liebe bewegte die Elstern. Diese kamen geflogen und bildeten eine Brücke über dem Himmelsfluss, damit das Ehepaar auf der Brücke zusammentreffen konnte. Auch die Himmelskaiserin wurde dadurch gerührt.
Seitdem erlaubte sie dem Ehepaar, jedes Jahr am 7. Tag des 7. Mondmonats auf der Elster-Brücke zusammenzutreffen. So entstand das Qixi-Fest.
Heute sind die Sitten des Qixi-Festes in den Städten kaum vorhanden, aber sie werden auf dem Land noch beibehalten. Die Volkssage über die Liebe zwischen dem Kuhhirten und der Weberin ist in China allen bekannt, deshalb feiern einige Jugendliche in Städten diesen Tag als Valentinstag. An diesem Tag machen die Blumenläden und Bars gutes Geschäft.

